Künstler:innen 2021

© Christine Kisorsy
© Christine Kisorsy

FOTOGRAFIE

KAUGUMMIAUTOMATEN

CHRISTINE KISORSY Berlin

 

Christine Kisorsy thematisiert die Stadt als räumliches Archiv der Alltagskultur. In ihrer Fotoserie “Kaugummiautomaten“ widmet sie sich den bunt lackierten Kästen, die an so mancher verwitterter Hauswand ein Schattendasein führen und aus den Vorzeigevierteln durchsanierter Innenstädte längst verschwunden sind. Die verbliebenen Automaten trotzen anachronistisch ihrer Umwelt, mit der sie umso mehr verwachsen scheinen, je mehr sie in Vergessenheit geraten.

Durch das Fotografieren wurden die Kaugummiautomaten aus ihrem ursprünglichen urbanen Kontext extrahiert. Für artspace bremerhaven kehren sie wieder dahin zurück und durch die Präsentation an Hauswänden in der „Alten Bürger“ wird der Stadtraum in einem Kunstraum verwandelt.

 

 

www.kisorsy-photo.de


© Heiko Sandelmann
© Heiko Sandelmann

FOTOGRAFIE

BREMERHAVENER AUFNAHMEN S/W

HEIKO SANDELMANN Bremerhaven

 

Heiko Sandelmann zeigt Bremerhavener Motive, die in der Bildsprache und Gestaltung eine eigene Ästhetik zeigen. Beschränkung auf Details, kontrastreiche oder extrem kontrastarme Lichtsituationen, Varianten mit Schärfe und Unschärfe, grafische Bildkompositionen und extremen Perspektiven schaffen „neue“ Bilder.

Der Fokus liegt dabei auf der Fotografie, weshalb die Bilder größtenteils in schwarz/weiß gehalten sind. 


© Jannek Charlet
© Jannek Charlet

MIXED MEDIA ART

JANNEK CHARLET Hagen i. Bremischen

 

Jannek Charlets Triebfeder ist der Versuch allen unterschiedlichen Aspekten des Lebens Ausdruck zu verleihen. Mit Pappe, Wollfaden, Farbe erzeugt der Künstler beindruckende, großformatige, abstrakte Werke, an denen der Blick verweilt und die Gedanken hängen bleiben.

Zerrissene Leinwände, aufgeschnitten, durchbohrt und doch wieder zusammengefügt, geflickt und genäht mit stumpfer Nadel – die einen voll Wut und Trauer, andere leicht, leidenschaftlich, zuversichtlich.

 


MIXED MEDIA ART + PROJEKTION

ICH KAM AUS DEM WASSER

KOLLEKTIV "HERZAS" / ASTRID VON SCHABLONOWSKY + TOBIAS LANGELA Bremerhaven

 

„HerzAs“ vereinen die Elemente Malerei, Projektion, Klang und die tiefe Liebe zum Seefahrer-Onkel. Die MixedMedia Arbeiten erinnern an Wasser, Ozean und Tiefe.

Das Motiv Heimweh-Fernweh bestimmt das Gesamtprojekt.

Vergrößerungen aus den Bildern werden im Raum projiziert werden. Bewegte Oberflächen/ Strukturen visualisieren die Tiefe, Weite und allumfassende Wasseranmutung.

Die synthetisierten Klänge und Atmosphären zu den Motiven Meer, Unterwasser, Wind, Eis, Kälte und Licht und die aus den Fahrtenbüchern des Onkels vorgelesenen Stationen seines Seefahrerlebens verbinden sich zu einer ganzheitlichen Gesamterfahrung von Ferne und Sehnsucht, von Weggehen und Wiederkehren.

 


© Paula G. Vidal
© Paula G. Vidal

DIGITALE LIVE-MALEREI

BROCKEN AM MEER

BABETTE SEMMER Berlin


Babette Semmer zeigt in einem alten Schiffscontainer Bilder, die sich mit Caspar David Friedrich und dem Meer auseinandersetzen. Ihre Materialwahl von Bimsstein und Acrylfarbe spielt auf apokalyptische Naturveränderungen durch moderne Technologie an und rückt so Friedrich's romantische Melancholie in ein neues Licht. Besucher können sich vor einer Strandkulisse als romantisch-anmutende Rückenfiguren inszenieren lassen. 


 


© Casper del Gelmini
© Casper del Gelmini

VIDEO

EXPERIMENTELLE VIDEOS

CASPER DEL GELMINI Berlin

 

Caspar de Gelmini beschäftigt sich mit einer Mischung aus zeitgenössischer Musik und Videokunst.

Musik hat in Deutschland eine lange Tradition und erfordert viel Wissen und Können. Live-Elektronik  benötigt wiederum Kenntnisse in Fotografie und Bildverarbeitung. Hier kommen IRCAM-Software wie Max Msp, Open Music und Jitter zum Einsatz. Das Ziel ist es, eine Schnittstelle zwischen Musik und Kunst zu schaffen. Caspar de Gemini wird für artspace bremerhaven Filmmaterial in Bremerhaven aufnehmen und in seinen Videos verarbeiten. Thematischer Schwerpunkt ist die eigene familiäre Auswanderergeschichte.

 


© Rainer Braun
© Rainer Braun

FOTOGRAFIE

"MAHIZ" – PFLANZENMOTIVE

RAINER BRAUN Loxstedt

 

Der sehr spezielle Diafilm Polapan hat für Rainer Braun einen besonderen Charme und Anziehungskraft. Mit der manuellen Spiegelreflexkamera ausgerüstet, streift er insbesondere im Herbst durch die Natur und fotografiert Kulturpflanzen am Ende ihres Daseins. Mit besonderem Fokus auf Details hat er diese Ästhetik mit ihren morbiden aber spannenden Strukturen im Bild visualisiert.

 


© Carla Rump
© Carla Rump

HOLZSKULPTUR – PILZE + BRONZE

UMFASSEN/ICH UMARME DICH

CARLA RUMP Bussum/Niederlande

 

Die Skulptur handelt vom Kreislauf des Lebens; dem Rhythmus von Tod und Leben, Wachstum und Keimung. Von dem Verletzlichen unserer Menschlichkeit. Carla Rump bringt ihre Skulptur „Ich umarme dich“ zu artspace bremerhaven mit.

Diese hölzerne Skulptur einer Umarmung von Frau und Einhorn wurde zwei Jahre lang der Natur überlassen. Umarmt von Flechten und Pilzen zeigt sich nun eine doppelte Umarmung und die Skulptur vereint die Aspekte Natur und Kunst. Carla Rump sieht in ihrer Skulptur auch eine Erkenntnis der letzten Covid-Periode: wie überwältigend die Kraft der Natur ist.

 

Aktuell wird die Skulptur in Bronze gegossen, um den Prozess der Vergänglichkeit zu fixieren.

 


© Nils Fricke
© Nils Fricke

FILM

AUFWIND CLUB – PROJEKT: BREMERHAVEN

NILS FRICKE Bremerhaven

 

Das Found-Footage-Filmprojekt "Aufwind Club - Projekt: Bremerhaven" beantwortet einige Fragen über die Bremerhavener Stadtentwicklung, wie zB:

Lösen Großprojekte strukturelle Probleme?

Wie pflegt man eigentlich ein Segelschiff?

Sind wir Osterinsulaner?

Müssen wir diesen Niedergang der Stadt hinnehmen? Ist er unausweichlich?

Kann aus Neoliberalismus ein geiles Musikvideo entstehen?

Doch während das alles nach plumper Satire und Provokation klingt, geht es bei dem filmischen Experiment eigentlich um eine völlig andere Frage:

Wie kann die Neukontextualisierung von Found-Footage genutzt werden, um unterschiedliche Bedeutungen zu erzeugen? Wenn Filmmaterial aus seiner ursprünglichen Quelle entrissen und neu angeordnet wird kann es nämlich sowohl erzählen als auch illustrieren, kritisieren oder werben.

 


INSTALLATION/VIDEO

VII

MARCUS DÖBBER, SARAH HAACK, DIDALDI, REBECCA TSCHESLOG + SVEN WILLMS Bremerhaven

 

Gezeigt wird ein digitales Videoprojekt mit dem eine Verbindung zwischen Modedesign, Musikkomposition, Choreografie und Tanz, visuell in einer filmischen Darstellung kreiert wird. Die Ausstellung besteht aus verschiedenen Komponenten und thematisiert eine Reflektion des  menschlichen Verhaltens in Bezug auf ethische und moralische Vorstellungen. Die Hauptarbeit ist eine digitale Projektion in Verbindung mit haptischen Arbeiten und bildender Kunst, die die räumliche Gestaltung mit einbeziehen wird.

 


© Kati von Schwerin
© Kati von Schwerin

MIXED MEDIA/PERFORMANCE/MUSIK

ROTONDA

KATI VON SCHWERIN Berlin

 

„Ich bin ein überregionaler Hybrid, der seine Heimat sucht, das sucht, was tief in der DNA verwurzelt zu sein scheint. Denn Heimat ist ein hohes Gut, wie eine kleine Schmuckkiste, in der seit Kindheitstagen die wertvollsten Schätze der Kaugummi-Automaten liegen. Erinnerung. Es ist der Leuchtturm und der Anker, der sichere Ausweg, wenn Du Dich verirrst. Heimat ist so wunderbar, denn es ist Klarheit, Struktur und Bestand. Unumstößlich und Zweifellos, ein Leberfleck. Es ist das Holzhaus im Spätsommer mit Schaukelstuhl und Kamin. Alles steht bereit für Dich, nichts wird verrückt oder umgestellt. Heimat ist wohlig, eine Wolldecke nach Starkregen. Heimat ist wie immer, immer da, auch wenn sie manchmal zu zerfallen scheint.“

 


© Koprow + Preßmar
© Koprow + Preßmar

ARTEFAKTE + GESCHICHTEN/AUDIOWALK

ANARCHIE LEICHTGEMACHT (AT) – EINE (VERW)IRRENDE ENTDECKUNGSREISE

KOPROW + PREßMAR Frankfurt/Gießen

 

Eine Auswahl an Zeitungsartikeln aus verschiedenen Themenbereichen und Epochen, Bruchstücke aus der eigenen Biografie, fiktive Geschichten und hanebüchener Unsinn. Der Audiowalk von Koprow&Pressmar führt durch die „Alte Bürger“ – kostenlos per QR-Code mit dem Smartphone. Ob ihr die Geschichten nun wahr oder falsch einschätzt – auf diesem Audiowalk werdet ihr euch (verw)irren!

 


© Oliver Look
© Oliver Look

PERFORMANCE/TANT-THEATER

ON DEMAND

LUIZA BRAZ BATISTA + PAUL HESS Trier

 

ON DEMAND ist eine Reihe von kurzen Privattheatervorstellungen in einem intimen Rahmen, die von einem Bühnentänzer und einer Bühnentänzerin improvisatorisch „just in diesem Moment“ erschaffen werden. Dabei folgen die Performer:innen den Vorgaben, die das Publikum per Baukastenmenu vorher auswählt.

Maximal vier Personen kreuzen gemeinsam auf einem Auswahlbogen in verschiedenen

Kategorien ihre „Vorlieben“ an. Zur Auswahl stehen: Besetzung, Musik, Licht, Kostüm, Extras.

Die Gruppe betritt den Raum, der ausgefüllte Bogen wird den Performer:innen übergeben. Diese lesen die angekreuzten Vorgaben, starten die Musik und kreieren unmittelbar eine persönliche Vorstellung für die Gruppe.

Jede Gruppe bekommt ein auf sie zugeschnittenes Performance-Unikat von circa fünf Minuten Länge.


© Barbara Otto
© Barbara Otto

INSTALLATION

MUT-MACHT-MASKE / VIELSCHICHTIGE ANSICHTEN

BARBARA OTTO Köln

 

Bevor die „Corona-Gesundheits-Maske“ zum täglichen Element des menschlichen

Gesichtes wurde, beschäftigte sich Barbara Otto schon mit dem maskierten Gesicht, das aus

unterschiedlichen Hintergründen das „wahre“ Gesicht verbirgt. Eine Maske erlaubt dem:der Träger:in in eine andere Rolle zu schlüpfen, Anliegen, Botschaften und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Sie dient dem Schutz im öffentlichen Raum, erweitert damit die individuellen Handlungsmöglichkeiten. Die Objekte entstanden auf dem Material der jahrzehntealten bis zu 10 cm dicken Plakat-Schichten (Schwarten) von Litfaßsäulen in Collage-Technik.


© Atieh Salari
© Atieh Salari

SELFIE-FOTO-MALEREI

#SELFIE

ATIEH SALARI Mannheim

 

Viele Menschen beobachten ihr Leben, fast durchgängig durch die Linse ihrer Handykamera. An nahezu jeder Ecke werden Selfies geschossen. Dabei werfen nicht nur die sehr speziellen Posen sondern auch die damit verbundene Haltung gegenüber des Hintergrundobjekts Fragen auf. Wie viel Menschen interessierte der gewählte Ort tatsächlich? Wer war nur dort, um ein Foto zu schießen, dass sich später als „besonderes“ Erlebnis liken ließ und weitere Follower generierte?  Ob in der Politik, in der der Handschlag eines Politikers eine friedvolle Haltung suggerieren soll oder beim Besuch eines angesagten Restaurants oder Clubs. Außenwirkung top! Selfie geschossen!

Atieh Salari nähert sich diesem Thema mit Humor und Ironie und einem fotorealistischen Kunststil.

Die Reihe #selfie gibt es seit Januar 2020 und wird laufend fortgesetzt.


© Kateryna Bortsova
© Kateryna Bortsova

MALEREI

WAY TO MY HEART

KATERYNA BORTSOVA Ukraine

 

Das Konzept dieses Projekts bezieht sich direkt auf das Reisen und die Selbstverwirklichung des Menschen in einer globalisierten Welt. Kateryna Bortsova verweist auf die Probleme, die sich im Zusammenhang mit der Schließung der Grenzen aufgrund der Pandemie ergeben; wie Menschen ihren Platz in der globalen Welt suchen, wenn sich das Leben plötzlich auf das gleiche Land oder sogar die Region verengt. Sie möchte die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ein Paradoxon lenken offline wird verschlossen und begrenzt - online grenzenlose Offenheit von Inhalten und Links, die sich während einer Pandemie klar manifestieren. Zu dem Problem der Pandemie gesellt sich das ungelöste Problem der Migration, das sich weltweit verschärft hat.

Technisch wird die Arbeit mit verschiedenen Farben gemacht, Tusche auf genutzen Landkarten.

 


BEGEHBARE INSTALLATION

SCHREIKÖPFE + MEN FEELINGS 1+2

JANINA MAU Ohlenstadt

 

Die Men Feelings 1 + 2 Serie ist eine bei näherer Betrachtung nicht zu übersehende Kritik an bestimmtem männlich-dominantem Verhalten. Dennoch begegnet diese Skulpturenserie bestehenden Problematiken mit Humor und versucht so, Aufmerksamkeit zu schaffen ohne zu verurteilen. Und vor allem: die Betrachter:innen zu ihren eigenen Gefühlen und Erfahrungen einzuladen.

Gleichsam ist bei der Künstlerin in den letzten Jahren das Thema „Schreiköpfe“ gewachsen und – in verschiedensten Größen und Variationen – zu einem markanten Schwerpunkt ihres Schaffens geworden. Die Schreiköpfe sind Inbegriff von Widerspruch, Widerstand, Aufschrei, Protest, „den Mund aufmachen“ und können in vielfältiger Weise empfunden und interpretiert werden.

 


© Kyle Egret
© Kyle Egret

RAUMINSTALLATION/MIXED MEDIA/MUSIK

OBJEKTE

KYLE EGRET Hamburg

 

Kyle Egret ist daran interessiert, Kunst an Orte zur bringen, die so eigentlich nicht mit ihr in Berührung kommen würden. Dabei fasziniert es ihn sehr, die Besonderheiten des Raums, der Architektur, der Maße und Einrichtung als Grundlage für seine Arbeit zu nehmen. Er beginnt zu gestalten, als würde er Musik komponieren - und nach und nach ergeben sich bekannte Harmonien, Melodien und Formen, welche sich im Dialog finden und zusammen etwas Neues bilden. Für die artspace bremerhaven arbeitet er mit schwarz-weißen Grafiken in Form von Wandmalerei, hängenden Grafiken und Objekten.

 


© Regina Schnersch
© Regina Schnersch

SKULPTUREN

SIDE BY SIDE / SEITE AN SEITE

REGINA SCHNERSCH Marburg

 

In dem Projekt „side by side/Seite an Seite“ konfrontiert sich Regina Schnersch mit den Themen: Isolation, Berührung, Begegnung, Distanz und Abgewandtheit, sie sucht nach Trennung und Verbindung in der Spannung zwischen Fläche und Raum. Ihr Schwerpunkt bezieht sich hierbei darauf Grenzen in der Formgebung des Materials auszuloten und sich intensiv mit Gegensätzen zu beschäftigen. Ihre Skulpturen sind vorwiegend aus einem Stück Stein geschlagen, wobei sie das manuelle Arbeiten, direkt in Stein, bevorzugt.

 


© Bea Targosz
© Bea Targosz

6 CANNEL AUDIO/SOUNDINSTALLATION

HYBRID ENVIRONMENTS – SPECULATIVE SOUNDSCAPES

BEA TARGOSZ Berlin

 

HE-SS ist eine künstlerische Recherche und Installation über die Transformationen der Klanglandschaft im Kontext des technologischen Wandels. „hybrid environments - speculative soundscapes“ ist ein Nachdenken über das Wesen der Technik. Ist es ein Prozess der Durchdringung oder ein Prozess des Mitreißens? Wie würden sich hybride Umgebungen entwickeln? Welche Sounds werden zu Signalen und welche zu Keynote-Sounds? Welche neuen Klänge, Rhythmen und Energien werden entstehen?

„hybrid environments - speculative soundscapes“ ist eine 6-cannel-audio- Installation ‒ ein Umgebung besteht aus Feldaufnahmen, die Geophonie, Biophonie und Anthrophonie darstellen.

 


FIKTIVE KARTOGRAPHIE AUF STOFF

AUF DER GRENZE

ANDREA ZIEGLER Hamburg

 

Wie sieht der Stadtplan für verschiedene soziale Gruppen aus, abhängig von Zeit, Mobilität oder finanziellen Möglichkeiten? Wie verändert sich die Stadt zu verschiedenen Zeiten? Gibt es „No Go - Areas“? Recherchieren wird Andrea Ziegler dies über offizielle Statistiken, aber auch persönliche Stadtpläne einzelner Bremerhavener:innen. Die Künstlerin näht daraus fiktive Kartographien, soziale Stadtpläne auf Stoff.  Seit zehn Jahren näht Andrea Ziegler ihre Arbeiten und hat darin ihr künstlerisches Ausdrucksmittel gefunden.

Das Sticken, ob mit Nähmaschine oder handgestickt, produziert immer automatisch zwei Seiten, was ihr inhaltlich sehr gelegen kommt. Ein Bild hat so immer automatisch zwei Seiten, zwei Sichtweisen und lässt so mindestens zwei Interpretationen des Gesehenen zu.

 


© Pascale Riesinger
© Pascale Riesinger

RAUMINSTALLATION

BESPANNUNGSSYSTEME

CORINNA WRANA Wien/Österreich

 

Corinna Wrana nähert sich dem Raum durch den performativen Akt des Installierens an. Mit ihrer skulpturalen, raum- und zeitgreifenden künstlerischen Praxis begegnet sie dem vorhandenen Raum und agiert situationsbezogen.

Für artspace bremerhaven wird sie eine Installation durch Bespannungssysteme vor.

Durch Bespannungssyteme, die sie mit Bändern herstellt, eröffnet sich eine Erfahrbarkeit von Raumerlebnis; es stellt die gewohnte Raumnutzung in Frage.

 


© Andrea van Reimersdahl
© Andrea van Reimersdahl

MALEREI + PERFORMANCE

STONEWASHED AT

ANDREA VAN REIMERSDAHL Berlin

 

Andrea van Reimersdahl versteht Malerei als ein körperbezogenes Medium. Geprägt von ihrem Interesse an Mode, Kostüm- und Bühnenbild experimentiert sie mit dem Verhältnis von Körper, Silhouette, Raum und Identität.

Die Künstlerin bemalt, spannt und drapiert Stoffe. Klassische Maltechniken kombiniert sie mit Verarbeitungstechniken aus der Bekleidungsindustrie, wie z.B. Applikationen, rough cuts, und Textilwaschungen. Sie inszeniert ihre Malereien als Raum- und Wandarbeiten, in kinetischen Installationen oder in Körperperformances bzw. Fotostrecken. Ihr Anliegen ist es, den Köper als aktiven Bildträger so einzusetzen, dass die weibliche Identität in ihrer malerischen Fragestellung in den Vordergrund tritt.

 


© Leon Eckard
© Leon Eckard

INTERAKTIVE (SOUND-) INSTALLATION

DIE NATUR DES MENSCHEN

LEON ECKARD Düsseldorf/Neuss

 

In der Mitte eines Raumes steht eine baumänliche Pflanze – entwurzelt auf Beton. Eine Klangkulisse erzählt von der natürlichen Umgebung der Pflanze. Bei Bewegung im Raum fallen die Klänge auseinander und zurück in ihren Ursprung. Sie sind synthetisierte Imitation der Natur.

Jedoch ist eine Wiederherstellung durch vorsichtige Bewegung möglich. Dadurch können Mensch und Pflanze durchaus koexistieren. Die Wahrnehmung ist leicht zu überlisten und unsere heutige Technologie erlaubt uns, unsere Umwelt nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Es wird immer schwieriger zu unterscheiden, was menschengemacht und was autonom entstanden ist, was letztlich die Frage aufwirft, was überhaupt natürlich ist. Vielleicht ist dies die Natur des Menschen? 


© Weiqi Wang
© Weiqi Wang

PERFORMANCE

BEGEGNUNGEN II

WEIQI WANG Berlin

 

Ganz im öffentlichen Raum, auf der Wiese, auf einem Platz oder unter einem Baum auf dem Bürgersteig, kommen die Passantin:innen in ein inszeniertes, freies „Wohnzimmer“.

Dort freut sich die Künstlerin Weiqi Wang mit jede:r einen Tee zu trinken, ins Gespräch zu

kommen und sich gegenseitig mit Ton zu portraitieren. Vorkenntnisse sind überhaupt nicht nötig!

Wichtig ist, dass sich, die sich vorher nicht kennen lernten, dabei unterhalten.

Diese Art der Begegnungen ist eine Plattform zum gegenseiten wahrnehmen, zum zuhören und für einen echten Austausch.

Die dabei entstehenden kleinen Tonköpfe gelten als Dokumentation der Begegnung sowie das Geschenk füreinander.

 


© Hassan Scheidaei
© Hassan Scheidaei

SKULPTUR/GEPRESSTE ALTKLEIDER

LEBENDIG

HASSAN SCHEIDAEI Bremen

 

Hassan Scheidaei hat sich mit dem Thema Kleidung auseinandergesetzt: wie und was die Kleidung über ihre Träger:in erzählt. Und auch, wie sich die Rollen von Träger:in und Getragenem verschieben können: von der Person, die bestimmt, welche Kleidung sie trägt hin zur Kleidung, die die Identität einer Person bestimmt. Ihn interessiert das Menschliche an diesen scheinbar nicht mehr verwendbaren Stoffen, die aus der Natur genommen werden und in einer gewandelten Form ewig nach einer passenden Verwendung suchen. Für artspace bremerhaven baut Hassan Scheidaei eine Skulptur aus gepressten Altkleidern.

 


© Martina Leithenmayr
© Martina Leithenmayr

MALEREI/MIXED MEDIA

MENSCHENMENGE

MARTINA LEITHENMAYR Kohlberg

 

Menschenmengen, völlig entspannt und ohne Masken, sind wir nun schon seit über einem Jahr nicht mehr gewohnt. Grund genug so viele Menschen wie möglich zu zeichnen, zu malen, zu formen, sie alle zu versammeln als Statement für die Freude aneinander und miteinander.

Martina Leithenmayr wird eine Menschenmenge in einem Raum erschaffen: mit Portraits

einer kompletten Gesellschaft, mit in verschiedenen Techniken und auch während der Ausstellung wachsend immer neue skizzieren.

In ihrer Malerei verwendet Martina Leithenmayr diverse Bildträger und die unmöglichsten Formate. Die Portraits entstehen auf alten Wirtshaustischen, Abschnitten alter Balken, klassisch auf Leinwand oder auch mal auf Frittentellern oder als Skulpturen.

 


© Christian Plep
© Christian Plep

SKULPTUR/OBJEKTE

IN BALANCE

CHRISTIAN PLEP Bremen

 

In Balance mit Raum und Farbe; mit der Umwelt und meinem Selbst; der Balanceakt in der Kunst. In diesen Zeiten nicht die Balance zu verlieren.

Christian Plep hat in dem ersten Lockdown im März 2020 mit einer fortlaufenden Serie angefangen, den “Corona-Files”. Unter dem Titel „small works“ haben sie dann ihren Weg in kleine Ausstellungen bzw. Präsentationsmöglichkeiten gefunden haben.

Jetzt, ein Jahr nach diesen ersten Arbeiten, nimmt er sie aus ihren Rahmen und bringe sie auf Sperrholzplatten in die bekannten Formen, aber eben in einem größeren Format.


© Katharina Forster
© Katharina Forster

SKULPTUR/OBJEKT

CAPTAINS TEA

KATHARINA FORSTER Werder

 

Katharina Forster zieht als interdisziplinäre Künstlerin Verbindungen zwischen verschiedenen Themen, die in ihrer Kunst dargestellt werden. Die vielseitigen textilen Verarbeitungsmöglichkeiten wie Stricken, Hakeln, Weben, Nähen beleben ihren künstlerischen Ausdruck.

Sie nutzt alltägliche sowie gefundene Materialien, die für die Objekte wie das farbige Pigment in der Malerei essenziell sind. In neuer Kombination entstehen Formen und somit Assoziationen, die einer Bildwirkung und einer Skulptur entsprechen.

Captains Tea: 12 Teebeutel, hergestellt aus dem Stoff einer Rettungsweste. Diese werden in der „Alten Bürger“ sichtbar versteckt.


© Sarah Mang
© Sarah Mang

INSTALLATION/FILM

ORIENTATION

SARAH MANG Gablitz/Ötserreich

 

ORIENTATION ist eine raumgreifende Installation mit weißen textilen Dots und taktilen Prints. Das Prinzip der Dots hat Sarah Mang aus der Brailleschrift entnommen. Diese Dots werden am Boden und an den Wänden angebracht. Die Ausstellung ist für Blinde und Sehende gleichermaßen zugänglich. Sie soll neue Denkräume eröffnen; die Künstlerin lädt das Publikum zur aktiven diskursiven Teilnahme ein. Gleichzeitig wird der Interviewfilm „THE ART OF PERCEPTION“ zu sehen sein.

 


© Martin Kemner
© Martin Kemner

PERFORMANCE/FILM/PUPPENSPIEL

MARTIN KEMNER + P.K.P.K Bremen

 

 

Er ist Puppenspieler und nennt sich „P.K.P.K“. Er ist Videokünstler mit interdisziplinärem Einsatz. Gemeinsam geht es um die Verbindung von 2- und 3-dimensionalen Welten.

Dazu wird in einem Raum eine immersive Videoprojektion installiert werden, in der ein Wesen (Puppe/Figur/Objekt) daran verzweifelt lediglich 2-dimensional zu sein, also lediglich virtuell zu existieren. Im Laufe der Performance wird die Figur in die reale Welt eintreten und reale Dinge tun: Musik machen, tanzen, in Interaktion mit Zuschauer:innen treten.

 


© kabloo
© kabloo

INSTALLATION AUS ALTPLASTIK

REDUCE + REUSE = NOW

KABLOO Hamburg

 

kabloo ist eine Entdeckerin mit Blick für Details und Zusammenhänge. Manchmal agiert sie als ARTivistin. Manchmal wird es bizarr und oft poetisch.

Der stetige Bedarf an Plastik trägt beachtlich zum Klimawandel bei. Allein die Herstellung einer Plastiktüte verursacht 120 Gramm CO² und die Kunststoffproduktion hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Steigt der Trend weiter wird sich die Kunststoffproduktion laut Schätzungen bis 2050 noch einmal vervierfachen und dann 52,2 Gigatonnen verursachen. Die Installation Reduce + Reuse = Now soll anregen zu reflektieren, wie oft wir Plastik als Einmalprodukt nutzen und gedankenlos wegwerfen. Mahnend und doch poetisch faszinieren die Plastik-Objekte den:die Betrachter:in, egal, ob außen in der Natur - an Bäumen hängend - oder in Innenräumen arrangiert.

 


© Stefanie Haller
© Stefanie Haller

MIXED MEDIA INSTALLATION

MAY BE ART

STEFANIE HALLER Frankfurt

 

Stefanie Hallers Werkserie „may be art“ zeigt Kunstwerke, die zum einen im konkreten Moment übergangen werden, weil sie noch nicht geladen und damit zu langsam für unsere schnellen Augen sind, und zum anderen ohnehin nicht im Original betrachtet werden können,

weil die Ausstellungsorte während der Pandemie geschlossen waren.

Das so entstandene Zwischenbild verselbstständigt sich jedoch gleichsam und wird zu einem

neuen Bild - just in dem Moment, der für die meisten unbeachtet blieb.

Ihre Werke reflektiert auf diese Weise den pandemiebedingten Stillstand des Kunst-und Kulturbetriebs und fragt, was daraus erwachsen wird.


© Johanna Schmidt + Charlotte Rurpert
© Johanna Schmidt + Charlotte Rurpert

MULTIMEDIA-PERFORMANCE

TWO SAUSAGES ARE COMPLAINING  EPISODE #2

JOHANNA SCHMIDT + CHARLOTTE RURPERT Leipzig

 

In jeder Episode von Schmidt & Rupperts Multimedia-Performance-Serie „Two Sausages Are

Complaining“, führen die Performerinnen neue musikalische Referenzen in ein bestehendes

Setting ein. Zwei Frauen, gekleidet in Hotdog-Kostüme, wie sie in den Stadtzentren des spätkapitalistischen Europas von professionellen Promoter:innen getragen werden, aufgetürmte Plastikkisten voller altem Brot, dessen Geruch den Raum ausfüllt, Großaufnahmen der Gesichter flackern an den Wänden, Text kommt von dem deutschen Sänger Andreas Bourani.

Eine Kollision zwischen hartem, altem Brot und weichen Hotdogs, zwischen harsch klatschenden Performerinnen und dem selfcare-Text des männlichen Sängers.

 


© Dafne Jaramillo
© Dafne Jaramillo

INSTALLATION/PERFORMANCE

GLITZERMUSEUM

SOPHIA BIZER & LAURA CARLOTTA CORDT Bremen/Kiel 

 

DAS GLITZERMUSEUM ist ein mobiles Ein-Personen-Museum. Mit Fundstücken, Geschichten und Erinnerungen wird in einem winzigen Raum eine ganz besondere Sammlung präsentiert, die durch die Besucher*innen erweitert werden kann. Die Sammlung wird bei jedem Auftritt einzeln und doch gemeinsam geordnet,

katalogisiert und aufbewahrt. Der individuelle Zugang wird zelebriert und zugleich in einen kollektiven Prozess übertragen. DAS GLITZERMUSEUM ist ein Begegnungsort!

Das Besondere an diesem Museum ist seine Kleinheit und seine Mobilität: Ein fünfeckiger

Raum bietet überraschend museale Bedingungen und eine besondere Intimität.

 


© Kim-Lotte Stöber
© Kim-Lotte Stöber

THEATER/PERFORMANCE

TTT – TINY THEATER TO GO

KIM-LOTTE STÖBER Offenbach

 

Eine Holzhütte im Wald ist das Bühnenbild des „tiny theater to go“, welches von drei Fahrrädern gezogen wird. Bespielt und produziert von Frauen, tourt es 5 Monate durch Deutschland und bietet dem Team währenddessen einen Schlafplatz. Ihr Stück „Fünf Frauen“ ist eine moderne, feministische Version des Stücks „Peer Gynt“ und gibt Aase, Ingrid, Jorda, Anitra und Solvejg nach 140 Jahren eine Stimme.

 


© Suyoung Kim
© Suyoung Kim

INSTALLATION MIT SEIDENPAPIER

HÄNGEN

SUYOUNG KIM Saarbrücken

 

Gittermuster werden auf Seidenpapier gezeichnet- Die großen Bögen werden an eine Leine geheftet. Die Größe des Papiers veriiert, die Blätter hängen neben- und übereinander. Die Gittermuster beeinflussen sich, es entstehen neue Linien und Formen. Durch Außeneinflüsse wie Wind, wird die Installation außerdem bewegt.

 


© Stefanie Manhillen + Marco Jodes
© Stefanie Manhillen + Marco Jodes

TANZ/MIXED MEDIA

INTERACTION-LIVE-DRAWING

STEFANIE MANHILLEN + MARCO JODES Sinzig

 

Während Marco tanzt, mit vorbeilaufenden Passanten nonverbal oder verbal interagierte, deren

Bewegungen und Stimmungen aufgreift und in seine ganz eigene tänzerische Formsprache übersetzt,

zeichnet und sprayt Stefanie das, was von dieser Begegnung und dem Tanz zu ihr hinüberschwingt: Bewegungsfragmente, Körperteile des Tänzers und der Passant:innen, Stimmungen oder ganz eigene aus dem Unbewussten aufsteigende Bilder.

 


INSTALLATION/PERFORMANCE/AUSSTELLUNG

WERK.2021: FROM BRICKS TO BREAD

JONAS HUMMEL FT. WERK.HAUS KOLLEKTIV Bremerhaven

 

Das Haus 218 in der „Alten Bürger“ hat unter dem Titel WERK.embassy of creators seit 2019 bereits kulturell-künstlerischen Zwischennutzungen ein Zuhause geboten. Seit Anfang diesen Jahres hat sich nun eine Gruppe junger Kulturentrepreneur:innen zusammengefunden, die das Gebäude gemeinschaftlich zu einem Green Culture Hub weiter entwickeln wollen. WERK.2021: From Bricks to Bread ist eine Ausstellung, die diesen Umwandlungsprozess künstlerisch dokumentiert.

In Zusammenarbeit mit dem „Findus - Die gute Stube für EssKultur“ entstehen hierfür essbare WERKe, als Zeugen der Transformation. Die einzigartigen BackWERKe sollen zusammen mit den signierten architektonischen Bruchstücken ausgestellt werden.


Alle Rechte an den Fotos liegen bei den jeweiligen Teilnehmer*innen. Die Rechte am Text hat Marie Garms.